Faserlaufrichtung beachten
Parallel zur Faser verläuft die Rillung geschmeidiger und sauberer als quer zur Faser. Bei Rillungen quer zur Faser werden steife Zellstoffhalme gequetscht, was eine breitere Rillnut erfordert.
Weiterverarbeitung
Wird Papier ab einer Grammatur von ca. 170 g/m² ohne Vorbehandlung gefalzt, kommt es fast unweigerlich zum Falzbruch: Die spröden Papierfasern an der Außenseite werden überdehnt und reißen unkontrolliert auf. Bei dunklen Farbaufträgen blitzt das weiße Papierinnere als ausgefranste Kante hervor.

Die Rillung verhindert diesen Effekt durch gezielte mechanische Verformung. Ein linienförmiges Rillmesser drückt den Bogen in eine passgenaue Gegenvertiefung. Die Fasern im Papierinneren weichen zur Seite aus, ohne dass die äußere Deckschicht zerreißt.
An der Unterseite entsteht ein elastischer Wulst. Dieser Wulst nimmt beim anschließenden Falzen die Dehnungsspannung auf und sorgt für eine rissfreie, saubere Kante.
Typische Produkte




Datenanlage
Vermeide übermäßig hohen Gesamtfarbauftrag (über 300 %) direkt auf der Rilllinie. Je schlanker der Farbfilm, desto elastischer bleibt das Fasergefüge beim Umbiegen.
Vorbereitung dickerer Papiere und Kartons auf das Falzen zur Vermeidung von Faserbruch und Farbabsplittung an der Bruchkante.
Ab ca. 170 g/m² Papiergewicht technisch unverzichtbar. Wirtschaftlich ab Kleinauflagen (ab 25 Stück) bis zu Großserien.
Klappkarten, Gruß- und Einladungskarten, Umschläge für Broschüren, Mappen, Faltschachteln und Speisekarten.
Bricht die innere Faserstruktur elastisch vor und definiert die exakte Biegelinie für das anschließende Falzen.
Schützt Toner-, Inkjet- und Offsetdrucke gleichermaßen vor Falzbruch. Besonders wichtig bei tonerbedruckten Kartons, da der aufgeschmolzene Polymerfilm an scharfen Knickstellen sonst absplittert.
Essentiell für cellophanierte oder heißfoliengeprägte Karten. Wichtig: Massive Glanzlack- oder Folienflächen sollten nicht direkt auf der Rilllinie liegen.
Bogen können plano gerillt ausgeliefert werden (zum manuellen Einlegen und leichten Schließen von Hand) oder direkt maschinell auf Endformat gefalzt werden.
Parallel zur Faser verläuft die Rillung geschmeidiger und sauberer als quer zur Faser. Bei Rillungen quer zur Faser werden steife Zellstoffhalme gequetscht, was eine breitere Rillnut erfordert.
Technischer Grundsatz: Die durch das Messer herausgedrückte Wölbung (der Wulst) muss beim Falzen immer nach innen in den Bruch gelegt werden. Wird gegen den Wulst nach außen gefaltet, reißt die gedehnte Außenschicht trotz Rillung auf.
Rillmesserbreite und Nuttiefe müssen exakt auf die Papierstärke abgestimmt sein. Ein 200-g/m²-Papier benötigt ein anderes Werkzeug als ein 400-g/m²-Papier.
Die Positionstoleranz von Rillungen liegt bei ca. ±0,3 mm.
Für Umschläge klebegebundener Broschüren werden vier Rilllinien angelegt: zwei für die Buchrückenbreite und zwei Schmuck-/Scharnierrillungen im Abstand von ca. 5 bis 7 mm parallel zum Rücken. Das schont die Klebenaht beim Aufschlagen.
Als Richtwert gilt: Ab 170 g/m² ist eine Rillung vor dem Falzen dringend ratsam, ab 200 g/m² produktionstechnisch zwingend erforderlich, um ein Einreißen der Fasern zu verhindern.
Das passiert meist, wenn falsch herum gefalzt wurde (Wulst nach außen statt nach innen), wenn quer zur Faser gearbeitet wurde oder wenn die Rillmatrix für die Papierstärke zu schmal gewählt war.
Beim Rillen wird das Material rein plastisch verdrängt und verdichtet – ohne Materialabtrag. Beim echten Nuten wird tatsächlich eine V-förmige Kerbe spanabhebend aus dem Karton gefräst, um ihn biegen zu können.
Beides ist möglich. Für Grußkarten, die noch handschriftlich signiert oder mit Einlegern bestückt werden sollen, ist die plano gerillte Lieferung ideal: Die Karte liegt flach, lässt sich aber mit leichtem Fingerdruck randscharf schließen.
Konfiguriere dein Druckprodukt in wenigen Schritten.