Wenn du bisher gedacht hast, Digitaldruck hinterlässt immer eine künstliche Glanzschicht auf dem Papier, solltest du dir ansehen, was wir in Schweinfurt drucken. Unser industrieller Inkjetdruck arbeitet nicht mit aufgeschmolzenem Kunststoffpulver, sondern mit mikroskopisch feinen, wässrigen Pigmenttintentropfen, die direkt auf den Bedruckstoff geschossen werden.
Inkjetdruck lässt dich das Papier endlich wieder spüren. Das verändert alles für deine Haptik. Dabei ist der Inkjetdruck das einzige Non-Impact-Druckverfahren. Das heißt, während der Farbübertragung wird kein physischer Druck auf das Papier ausgeübt. Dadurch ist der Ausdruck von Flächen und Verläufen besonders gut. Gleichzeitig ist das Verfahren stark vom Bedruckstoff abhängig. Beim Inkjetdruck kommt es also ganz besonders auf die Wahl des richtigen Papiers an.
Damit die Farbe beim Druck nicht ausblutet, drucken wir unter die Farbe (und auch genau nur darunter, nicht daneben) den sogenannten ColorGrip. Eine Salzwasserlösung, die durch ihre Salzkristalle dafür sorgt, dass die Pigmente kurz unter der Oberfläche verbleiben. Das sorgt für satte Farben, eine gleichmäßige Pigmentverteilung und eine hohe Bildqualität. Wir hören immer wieder von unseren Kunden, dass der Inkjetdruck wie HD aussieht. Gleichzeitig haben wir einen fast 42 % größeren Farbraum als der klassische Offsetdruck. Gepaart mit unserer hauseigenen Buchbinderei ist dieses Verfahren unser absoluter Favorit für mehrseitige Publikationen.
Im Digitaldruck in Schweinfurt
Die Druckköpfe hinter Glas
Tinte und ColorGrip im Kanister
Bogenstapel in der Halle
Auf dem Weg in die Buchbinderei
Matt in matt – das Papier bleibt spürbar
Datenanlage
Halte den Gesamtfarbauftrag auf Naturpapieren bei ca. 240 bis 260 %. Flüssige Tinte benötigt Raum zum Wegschlagen; überladene Farbflächen verlängern die Trocknung und bringen unnötig Feuchtigkeit in das Papier.
Auf einen Blick
Farben
CMYK (4C)
Wirtschaftlich
1 bis ca. 800 Exemplare
Materialstärke
bis 400 µm
Farbraum
rund 42 % größer als Offset
Farbauftrag
240–260 % auf Naturpapier
Kalibrierung
FOGRA51, 52 und 59
Positive Schrift
ab 4 pt
Negative Schrift
ab 6–7 pt
Die erste Wahl für mehrseitige Broschüren, Magazine, Kataloge, Arbeitsbücher und Bildbände in kleinen bis mittleren Auflagen im reinen 4C-Farbraum. Perfekt, wenn der Bogen seinen natürlichen, reflexionsfreien Werkstoffcharakter behalten soll.
Von 1 bis ca. 800 Exemplaren. Da weder Druckplatten belichtet noch Farbzonen mechanisch eingefahren werden müssen, druckt das System ab dem ersten Bogen verkaufsfertige Qualität. Für reine 4C-Broschüren fast immer die wirtschaftlichere und flexiblere Lösung gegenüber dem Offsetdruck.
Broschüren mit Rückstichheftung, hochwertige Schweizer Broschuren, Kataloge mit PUR-Klebebindung, Softcover-Bücher, Geschäftsberichte sowie modulare Publikationsreihen.
Keine Tonerschicht auf der Oberfläche, absolut homogenes Matt-in-Matt-Druckbild auf Naturpapieren. Die Seiten lassen sich hervorragend mit Tinte oder Bleistift beschreiben.
Grenzenlose Farbräume und maximale Flexibilität: Mit einem rund 42 % größeren Farbraum als im Offsetdruck setzt du satte Töne und feine Verläufe in bestechender Schärfe um. Da keine Druckplatten nötig sind, bist du an keine starren Raster gebunden: Ob wechselnde Sprachfassungen, Bildserien mit mehreren Covervarianten oder vollflächige Bildwelten – du gestaltest vollkommen frei, während das System jede Version ohne Rüstzeit in einem Rutsch produziert.
Wenn dein Projekt ausschließlich im vierfarbigen Skalenaufbau (CMYK) angelegt ist, leiten wir es am liebsten nach Schweinfurt in den Inkjetdruck. Brauchst du dagegen echte Sonderfarben (Pantone oder HKS) für dein Corporate Design, drucken wir Skala und Sonderfarbe gemeinsam in Schrobenhausen im Offsetdruck.
Da Pigmenttinte tief ins Papier einzieht und keine wachsartigen Trennmittel absondert, bietet der Bogen ideale Haftungseigenschaften. Für haptische Highlights – wie eine Heißfolienprägung auf dem Umschlag oder eine Blindprägung – wandern die Bogen von Schweinfurt direkt zu unseren Spezialisten nach Karlsruhe.
Hier liegt der größte Vorteil unserer Schweinfurter Fertigung: Druck und buchbinderische Weiterverarbeitung greifen nahtlos ineinander. Ob Klebebindung mit plan liegendem Rücken oder klassische Klammerheftung.
Praxistipps & Grenzen
Materialwahl
Setze gezielt auf ungestrichene Natur- und Feinstpapiere – hier spielt die Technologie ihre Vorteile voll aus. Durch unser ColorGrip-Verfahren verankern sich die Pigmente direkt an der Oberfläche, wodurch selbst feine Typografie und Linien faszinierend randscharf auf dem Papier stehen. Gleichzeitig fängt die lebendige, organische Haptik des Naturpapiers das einfallende Licht diffus auf: Streifenbildung oder feine Richtungsstrukturen sind auf diesen Materialien für das menschliche Auge praktisch unmöglich wahrnehmbar.
Gestaltungstipp
Trau dich an großflächige, zarte Pastelltöne – sie lassen sich wohl in keinem anderen Verfahren schöner und gleichmäßiger darstellen. Während helle Puder- und Pastellflächen im klassischen Rasterdruck schnell grießig wirken oder im Toner eine spürbar speckige Schicht bilden, verteilt das berührungslose Inkjetsystem mikroskopisch feine Tröpfchen homogen auf dem Bogen. Das Ergebnis sind samtweiche, pudrig-matte Farbflächen mit perfekter Bildruhe.
Materialstärke
Im Bogenlauf unserer Inkjet-Drucksysteme ist technisch bei einer maximalen Materialstärke von 400 µm Schluss. Das klingt zunächst nach viel, doch gerade voluminöse Feinst- und Naturpapiere mit 1,3- bis 1,5-fachem Volumen reißen diese Grenze oft schon bei scheinbar unkritischen Grammaturen. Für deine Planung musst du allerdings kein Papiermikrometer parat haben: Unser Konfigurator kennt die physikalischen Dickentoleranzen aller hinterlegten Feinstpapiere ganz genau und schließt unpassende Papiere für dieses Verfahren automatisch aus – du kannst also schlicht nichts Falsches konfigurieren.
Mindestabstände
Positive Schriften stehen ab 4 pt. Negative Texte in dunklen Farbflächen sollten mindestens 6 bis 7 pt groß sein, damit feine Aussparungen an den Rändern nicht zulaufen.
Kosten
Bei sehr hohen Auflagen (ab ca. 1.000 bis 1.500 Broschüren) schlägt die Grenzkostendegression des Bogenoffsets in Schrobenhausen den Inkjetdruck. Bei Klein- und Mittelserien bleibt der Inkjetdruck unschlagbar wirtschaftlich.
Toleranzen
Farbmetrisch extrem stabil über die gesamte Auflage hinweg. Durch den erhöhten Farbraum können viele HKS- und Pantonetöne dargestellt werden. Vor allem leuchtende Sonderfarben sollten jedoch im Offsetdruck produziert werden.
Streifenbildung
Klassische Inkjet-Streifen verhindert unsere Druckmaschine vollautomatisch: Eine Inline-Kamerakontrolle scannt das Druckbild im laufenden Takt und gleicht abweichende Düsen über benachbarte Düsen in Echtzeit aus. Trotzdem kann es technologiebedingt zu feinen Richtungsstreifen kommen. Auf Naturpapier bricht die lebendige Faserstruktur diesen Effekt unsichtbar; bei extrem heiklen Monoflächen prüfen wir gemeinsam, ob der Bogenoffset für dieses Sujet die noch bessere Wahl ist.
Häufige Fragen
Weil es für kleine bis mittlere Auflagen das perfekte Gesamtpaket ist: Du sparst die Rüstzeiten und Plattenkosten des Offsetdrucks, musst aber im Gegensatz zum Toner-Digitaldruck keinerlei Abstriche bei der Haptik machen. Das Papier behält seine natürliche Griffigkeit. Durch den Digitaldruck sparen wir viele Arbeitsschritte, die im klassischen Offsetdruck anfallen, wie Falzen und Zusammentragen. Unsere direkt angebundene Buchbinderei verarbeitet die Bogen ohne Transportwege weiter. Das spart Zeit, Budget und schont Ressourcen.
Verblüffend nah. Unsere Inkjetdruckmaschine ist streng auf die FOGRA-Standards FOGRA51, 52 und 59 kalibriert. Da Pigmenttinten hochrein sind, ist der darstellbare Farbraum in vielen Farbbereichen sogar noch etwas brillanter als im traditionellen Offsetdruck. Mit dem bloßen Auge siehst du praktisch keinen Qualitätsunterschied.
Das ist einer der größten Vorzüge von Inkjet gegenüber Toner: Da auf der Papieroberfläche keine starre Tonerschicht liegt, kann beim Rillen, Falzen und Heften auch nichts abplatzen. Die Farbe dehnt sich geschmeidig mit der Faser. Das Ergebnis sind saubere Falzkanten und Broschürenrücken ohne störende weiße Risse.
Überzeugt? Dann legen wir los.
Konfiguriere dein Druckprodukt in wenigen Schritten.