Faserdehnung & Rissgrenze
Papier lässt sich nicht unbegrenzt dehnen. Ist das Relief zu steil oder zu tief angelegt, reißt die Papieroberfläche an den Flanken auf. Werkzeugtiefe und Flankenwinkel müssen auf die Reißlänge des Papiers abgestimmt sein.
Veredelung
Während eine Blindprägung das Motiv in den Bogen hineindrückt, hebt die Hochprägung (Reliefprägung) dein Design plastisch nach oben heraus. Es entsteht eine dreidimensionale Verformung, die sich deutlich von der flachen Papieroberfläche abhebt und mit den Fingerspitzen ertastet werden kann.

Um Papier nach oben herauszuwölben, reicht kein einzelner Stempel: Wir benötigen ein präzise aufeinander abgestimmtes Werkzeugpaar. Die Matrize (die vertiefte Form) liegt oben, während die Patrize (die erhabene Gegenform) das Papier von unten mit hohem Druck in die Vertiefung presst. Die Papierfasern werden dauerhaft gedehnt und umgeformt. Ob als blinde Verformung ohne Farbe, exakt passgenau auf ein gedrucktes Element gesetzt oder mit Heißfolie kombiniert: Die Hochprägung verleiht Grafiken eine skulpturale Präsenz.
Typische Produkte




Datenanlage
Lege die Prägeelemente auf einer separaten Ebene mit der Volltonfarbe Hochpraegung (100 %) an und stelle sie auf „Überdrucken“. Bei mehrstufigen Reliefs müssen die unterschiedlichen Tiefenebenen in den Vektordaten klar gekennzeichnet sein.
Dreidimensionale, fühlbare Hervorhebung von Logos, Wappen, Monogrammen, Siegeln oder Headlines.
Ab etwa 200 bis 500 Exemplaren rentabel. Da zwei korrespondierende Werkzeuge gefertigt und präzise aufeinander eingerichtet werden müssen, liegt der Einrichtungsaufwand über dem einer einfachen Tiefprägung.
Visitenkarten, Umschläge für Imagebroschüren, Verpackungen, Urkunden und Einladungen.
Sicht- und spürbare Erhabenheit auf der Vorderseite; auf der Rückseite entsteht zwangsläufig die entsprechende Vertiefung (Matrizenabdruck).
Kann blind auf unbedruckten Kartons stehen. Auch eine Prägung auf ein zuvor gedrucktes Motiv ist möglich, erfordert aber ein genaues und gewissenhaftes Arbeiten. Leichte Passerdifferenzen sind dabei leider nie ganz ausgeschlossen. Um das beste Ergebnis zu erzielen, empfehlen wir den Druck im Offsetdruck.
Weniger ist mehr. Die Hochprägung ist eine sehr hochwertige und markante Veredelung. Es empfiehlt sich, sie eher mit dezenteren Veredelungen zu kombinieren oder sie für sich stehen zu lassen.
Besonders edel wirken Drucksachen mit Hochprägung auf Produkten, auf denen man sie nicht erwartet, zum Beispiel auf Umschlägen von Broschüren.
Papier lässt sich nicht unbegrenzt dehnen. Ist das Relief zu steil oder zu tief angelegt, reißt die Papieroberfläche an den Flanken auf. Werkzeugtiefe und Flankenwinkel müssen auf die Reißlänge des Papiers abgestimmt sein.
Eine Hochprägung hinterlässt auf der Rückseite immer die Negativform als Vertiefung. Das ist kein Mangel, sondern das konstruktionsbedingte Merkmal echter zweistufiger Umformung.
Positive Linien benötigen mindestens 0,3 mm Breite, damit die Papierfaser von der Patrize mechanisch in die Matrizennut hineingedrückt werden kann.
Erfordert zwingend Matrize und Patrize. Bei Nachauflagen können beide Werkzeuge wiederverwendet werden.
Wähle langfaserige, flexible Feinstpapiere (z. B. Baumwollpapiere oder zähe Naturpapiere). Gestrichene Bilderdruckpapiere haben eine starre mineralische Deckschicht, die bei starker Dehnung an den Flanken eher aufbricht als ungestrichenes Naturpapier.
Platziere eine Hochprägung auf der Verschlussklappe hochwertiger Kuverts. Beim Öffnen greifen die Finger direkt auf das spürbare Relief.
Im Sprachgebrauch werden die Begriffe oft vermischt. Die klassische Blindprägung drückt das Motiv mit einem Stempel von oben in das Papier hinein – es entsteht eine Vertiefung. Die Hochprägung wölbt das Motiv aktiv nach oben heraus und erfordert dafür immer ein zweiteiliges Werkzeug (Matrize und Patrize).
Hier werden Heißfolienprägung und Hochprägung in einem einzigen Maschinengang kombiniert. Ein beheiztes, mehrdimensional gefrästes Messingwerkzeug verschmilzt die Heißfolie mit dem Papier und prägt das Motiv im selben Moment nach oben aus. Das Ergebnis ist eine hochglänzende, erhabene Metallwölbung. Das Ergebnis ist stark vom Motiv abhängig und bedarf immer einer Beratung. Komm dazu gerne auf uns zu.
Sehr feine Schriften unter 8 pt oder dünne Linien unter 0,3 mm sind für Hochprägungen heikel, da das Papier zwischen Matrize und Patrize eingeklemmt und abgeschert werden kann. Für extrem feine Typografie ist die klassische Tiefprägung oder Heißfolienprägung besser geeignet.
Indem man weiche, ungestrichene Papiere mit hohem Faserverbund wählt und den Flankenwinkel des Werkzeugs nicht zu steil anlegt (z. B. 45° bis 60° statt senkrechter 90°-Kanten). Wir stimmen Werkzeugtiefe und Papier vor der Klischeefertigung aufeinander ab.
Konfiguriere dein Druckprodukt in wenigen Schritten.