Veredelung

Heiß­folien­prägung

Wenn metallischer Glanz oder spiegelnde Akzente gefragt sind, stößt der klassische Druck an physikalische Grenzen: Selbst hochwertige Metallic-Farben reflektieren das Licht nur diffus. Die Heißfolienprägung löst diese Aufgabe mechanisch: Unter hohem Anpressdruck und einer Temperatur von rund 130 °C überträgt ein graviertes Metallwerkzeug eine mehrlagige Prägefolie auf das Papier.

Eine Mitarbeiterin greift im Regal nach einer Rolle Goldfolie, daneben Rollen in Kupfer, Blau, Rot und Türkis.

Durch die thermische Trennschicht löst sich die Folie vom Träger und verbindet sich unlösbar mit der Papierfaser. Gleichzeitig glättet und verdichtet das Klischee das Material im Prägebereich leicht. Da metallisierte Prägefolien eine echte, aufgedampfte Aluminiumschicht besitzen, sind sie zu 100 % opak: Gold, Silber, Kupfer oder Farbfolien decken selbst auf tiefschwarzen oder durchgefärbten Naturkartons kompromisslos ab. Es entsteht eine spiegelglatte, randscharfe Kante mit subtiler, fühlbarer Tiefe.

Typische Produkte

Eine anthrazitfarbene Karte mit dem Schriftzug „Strenger“ in pinker Heißfolie steht vor rosa Hintergrund.
Farbfolie auf dunklem Karton
Eine leuchtend orangefarbene Visitenkarte mit Schrift in violett schimmernder Folie auf schwarzem Grund.
Feine Schrift in Folie
Zwei Kuchen-Banderolen in Grün und Schwarz mit Tannenbaum-Schrift, Sternen und Punkten in Goldfolie.
Banderolen mit Goldfolie
Große Buchstaben „Froh und munter“ in schillernder Hologrammfolie mit Weihnachtsmotiven auf weißem Papier.
Hologrammfolie
Ein Mitarbeiter führt eine Rolle Goldfolie in die Prägemaschine ein, im Hintergrund stehen weitere Tiegel.
Die Folie läuft über die Maschine

Datenanlage

Lege alle Prägeelemente als geschlossene Vektoren auf einer separaten Ebene an. Verwende ein Volltonfarbfeld mit dem Namen Heissfolie (100 %) und aktiviere zwingend „Fläche überdrucken“.

Auf einen Blick

Prägetemperatur
rund 130 °C
Wirtschaftlich
ab ca. 100 Bogen
Positive Linie
ab 0,2 mm
Negative Aussparung
ab 0,3 mm
Glatte Rückseite
Karton ab 500 g/m²
Werkzeug
Messingklischee

Praxistipps & Grenzen

Rückseitenwirkung

Um das Papier zu verdichten und die Folie randscharf einzubringen, ist hoher mechanischer Druck nötig. Bei Papieren unter 350 g/m² zeichnet sich das Motiv auf der Rückseite als leichte Erhebung ab. Für beidseitig glatte Karten empfehlen sich schwere Kartons ab 500 g/m².

Mindeststrichstärken & Aussparungen

Positive Linien stehen ab 0,2 mm stabil. Negative Aussparungen innerhalb von Folienflächen müssen mindestens 0,3 mm breit sein, damit der schmelzende Folienkleber die Zwischenräume nicht zusetzt.

Werkzeuge

Aus Qualitätsgründen setzen wir auch bei kleinen bis mittleren Auflagen auf Messingklischees. Im Gegensatz zu Magnesiumklischees realisieren wir mit Messingklischees extrem filigrane Details und sauber ausgeprägte Flächen.

Keine Tonwertverläufe

Heißfolienprägung ist ein reines Vektorverfahren. Halbtonraster, Verläufe oder Schattierungen lassen sich nicht darstellen.

Keine extremen Kontraste im selben Klischee

Vermeide es, hauchdünne Serifen und riesige Vollflächen direkt nebeneinander in einem einzigen Werkzeug anzulegen. Große Flächen verlangen massiven Anpressdruck, der feinste Haarlinien zu tief ins Papier quetschen würde.

Papierauswahl

Voluminöse, ungestrichene Naturpapiere fangen den Stempeldruck besonders schön auf: Die Folie sinkt spürbar ein, während die matte Papierumgebung unberührt bleibt.

Häufige Fragen

Digitalfolie wird flach auf einen gedruckten Toner- oder Lackfilm laminiert. Echte Heißfolie wird mit beheizten Metallstempeln unter hohem Druck in das Papier eingepresst. Sie glättet die Papierfasern im Motivbereich, erzeugt eine fühlbare Vertiefung und bietet eine spiegelnde Brillanz und Randschärfe, die digital nicht erreicht wird.

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