Faserlaufrichtung ist entscheidend
Der Hauptfalz muss parallel zur Faserlaufrichtung des Papiers liegen. Quer zur Faser brechen die Zellstoffhalme unregelmäßig, der Falz wird unruhig und der Folder neigt zum Aufsperren.
Weiterverarbeitung
Falzen ist das kontrollierte Umlegen eines Bogens auf ein kleineres Format nach einem definierten Falzschema. Aus flachen Druckbogen entstehen so informative Faltblätter, handliche Prospekte oder Buchlagen.

In der industriellen Fertigung kommen zwei Verfahren zum Einsatz: Beim Taschenfalz läuft der Bogen mit hoher Geschwindigkeit gegen einen Anschlag, bildet eine Stauchfalte und wird von zwei gegenläufig rotierenden Walzen erfasst und gepresst. Beim Schwertfalz drückt ein mechanisches Messer den Bogen taktgenau zwischen die Falzwalzen – ideal für schwere Papiere und dicke Lagen. Das Ergebnis ist eine scharfe Kante und ein bündiges Schließen des Endprodukts.
An der Falzmaschine




Datenanlage
Da Papier eine Materialdicke besitzt, muss beim Wickelfalz jede nach innen eingeschlagene Seite schrittweise um 2 bis 3 mm schmaler angelegt werden als die Außenseiten. Andernfalls stößt die Innenlasche im Bruch an und der Flyer beult auf. Beachte dazu unsere Dateivorgaben.
Verwandlung von Bogen in blätterbare Faltprospekte, handliche Karten oder Signaturen für Broschüren und Bücher.
Von Kleinauflagen ab 100 Stück bis zu industriellen Großserien flexibel einsetzbar.
Flyer (Wickelfalz, Zickzackfalz, Altarfalz), 4-seitige Klappkarten, Beipackzettel, Lagepläne und Buchsignaturen.
Exakte Kantenführung, plan liegende Brüche und passgenaue Geometrie ohne bauchiges Aufspringen.
Breites Spektrum an Falzarten: Einbruchfalz, Parallelfalz, Wickelfalz, Zickzackfalz (Leporello), Altarfalz (Fensterfalz) und Kreuzbruchfalz.
Funktioniert mit allen Drucktechniken. Offsetdruck und Inkjetdruck verhalten sich beim Falzen besonders gutmütig, da keine harte Tonerschicht auf der Faser liegt.
Bei lackierten oder foliengeprägten Bogen sollten Falzkanten im Layout ausgespart werden, um Absplitterungen oder Abrieb unter den Falzwalzen zu vermeiden.
Bei Papieren ab 170 g/m² wird vor dem Falzgang eine Rillung vorgeschaltet, um Faserbrüche auszuschließen.
Der Hauptfalz muss parallel zur Faserlaufrichtung des Papiers liegen. Quer zur Faser brechen die Zellstoffhalme unregelmäßig, der Falz wird unruhig und der Folder neigt zum Aufsperren.
Ohne Rillung lassen sich Papiere bis ca. 170 g/m² prozesssicher falzen. Darüber ist eine vorgeschaltete Rillung produktionstechnisch notwendig.
Die fertigungsbedingte Falztoleranz an industriellen Maschinen liegt bei ca. ±0,5 mm.
Wähle für Folder mit vielen Brüchen leichtere Papiere zwischen 100 und 135 g/m². Zu dicke Papiere bauen an den Brüchen zu viel Spannung auf und springen wie eine Ziehharmonika auf.
Platziere Fließtexte und wichtige Bildelemente mit mindestens 3 bis 4 mm Abstand zur Falzlinie, damit Inhalte nicht optisch im Bruch verschwinden.
Beim Wickelfalz werden die Seiten spiralförmig in eine Richtung um den Innenteil gewickelt; die einklappende Seite muss dafür gekürzt werden. Beim Zickzackfalz werden die Seiten abwechselnd nach vorne und hinten gefaltet. Hier sind alle Seiten exakt gleich breit, und der Flyer lässt sich ziehharmonikaartig auseinanderziehen.
Das liegt meist an einer Falzung quer zur Faserlaufrichtung, an fehlender Seitenkürzung bei Innenklappen oder an zu steifem Papier ohne vorherige Rillung.
Beim Kreuzbruch wird der Bogen zuerst quer und danach noch einmal im rechten Winkel (90°) dazu längs gefalzt. Das Verfahren wird klassisch bei Lageplänen, Beipackzetteln und 16-seitigen Buchsignaturen eingesetzt.
Konfiguriere dein Druckprodukt in wenigen Schritten.