Weiterverarbeitung

Falzung

Falzen ist das kontrollierte Umlegen eines Bogens auf ein kleineres Format nach einem definierten Falzschema. Aus flachen Druckbogen entstehen so informative Faltblätter, handliche Prospekte oder Buchlagen.

Ein Mitarbeiter hält einen grünen, gefalzten Folder vor der Falzmaschine in den Händen.

In der industriellen Fertigung kommen zwei Verfahren zum Einsatz: Beim Taschenfalz läuft der Bogen mit hoher Geschwindigkeit gegen einen Anschlag, bildet eine Stauchfalte und wird von zwei gegenläufig rotierenden Walzen erfasst und gepresst. Beim Schwertfalz drückt ein mechanisches Messer den Bogen taktgenau zwischen die Falzwalzen – ideal für schwere Papiere und dicke Lagen. Das Ergebnis ist eine scharfe Kante und ein bündiges Schließen des Endprodukts.

An der Falzmaschine

Ein Mitarbeiter prüft neben der Falzmaschine einen gefalzten Flyer mit Hausfoto.
Flyer frisch aus der Falzmaschine
Ein Mitarbeiter im schwarzen T-Shirt blättert in der Halle durch grüne gefalzte Folder.
Kontrolle der Falzkanten
An der Auslage der Falzmaschine setzt ein Mitarbeiter einen Stapel gefalzter grüner Folder in einen Karton.
Von der Auslage in den Karton
Ein Mitarbeiter im roten Poloshirt klappt einen gefalzten Flyer auseinander.
Innenseiten beim Aufklappen

Datenanlage

Da Papier eine Materialdicke besitzt, muss beim Wickelfalz jede nach innen eingeschlagene Seite schrittweise um 2 bis 3 mm schmaler angelegt werden als die Außenseiten. Andernfalls stößt die Innenlasche im Bruch an und der Flyer beult auf. Beachte dazu unsere Dateivorgaben.

Auf einen Blick

Wirtschaftlich
ab 100 Stück
Ohne Rillung
bis ca. 170 g/m²
Falztoleranz
± 0,5 mm
Wickelfalz-Kürzung
2–3 mm je Innenseite
Abstand zur Falzlinie
mind. 3–4 mm
Mehrfachbrüche
100–135 g/m²

Praxistipps & Grenzen

Faserlaufrichtung ist entscheidend

Der Hauptfalz muss parallel zur Faserlaufrichtung des Papiers liegen. Quer zur Faser brechen die Zellstoffhalme unregelmäßig, der Falz wird unruhig und der Folder neigt zum Aufsperren.

Grammaturgrenze für reines Falzen

Ohne Rillung lassen sich Papiere bis ca. 170 g/m² prozesssicher falzen. Darüber ist eine vorgeschaltete Rillung produktionstechnisch notwendig.

Falztoleranz

Die fertigungsbedingte Falztoleranz an industriellen Maschinen liegt bei ca. ±0,5 mm.

Papiergewicht für Mehrfachbrüche anpassen

Wähle für Folder mit vielen Brüchen leichtere Papiere zwischen 100 und 135 g/m². Zu dicke Papiere bauen an den Brüchen zu viel Spannung auf und springen wie eine Ziehharmonika auf.

Weißraum an Falzkanten

Platziere Fließtexte und wichtige Bildelemente mit mindestens 3 bis 4 mm Abstand zur Falzlinie, damit Inhalte nicht optisch im Bruch verschwinden.

Häufige Fragen

Beim Wickelfalz werden die Seiten spiralförmig in eine Richtung um den Innenteil gewickelt; die einklappende Seite muss dafür gekürzt werden. Beim Zickzackfalz werden die Seiten abwechselnd nach vorne und hinten gefaltet. Hier sind alle Seiten exakt gleich breit, und der Flyer lässt sich ziehharmonikaartig auseinanderziehen.

Überzeugt? Dann legen wir los.

Konfiguriere dein Druckprodukt in wenigen Schritten.

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