Veredelung

Digitaler UV-Lack

Partieller Glanzlack war früher das Synonym für hohe Werkzeugkosten, Sieberstellung, lange Rüstzeiten und Passerdifferenzen. Mit unserer modernen digitalen UV-Lackieranlage heben wir diese Barrieren vollständig auf: Hochglänzender UV-Lack wird nicht über eine starre Siebdruckform aufgetragen, sondern über hochpräzise Inkjet-Düsen mikrometergenau direkt auf den Bogen gedruckt und im selben Augenblick mit energiereichem UV-Licht gehärtet.

Ein blauer Schriftzug „Karlsruhe“ glänzt partiell lackiert auf einer hellen Karte mit zartem Blattmuster.

Um ein makelloses Ergebnis zu garantieren, bieten wir den digitalen UV-Lack ausschließlich auf cellophanierten Oberflächen (Matt- oder Softtouch-Folie) an. Nur so steht der Lack absolut randscharf auf dem Bogen, sackt nicht weg und erzeugt diesen unvergleichlichen Matt-Glanz-Effekt, der ins Auge sticht. Dabei hast du die Wahl zwischen zwei Wirkungsgraden: einem dezenten, elegant planen partiellen Glanzlack für edle Lichtreflexe oder einem fühlbar erhabenen Relieflack für plastische 3D-Effekte. Von feinen Bildakzenten bis zu greifbaren Texturen macht digitaler UV-Lack deine Gestaltung mit den Fingerspitzen erlebbar – und rechnet sich ohne Werkzeugkosten bereits ab Auflage 1.

Typische Produkte

Der Schriftzug „Eigensinn und Wunder“ steht als glänzender, erhabener Lack auf einem matten graublauen Buchcover.
Fühlbarer Relieflack
Silbern glänzende, ineinander verschachtelte Linien auf einem matten anthrazitfarbenen Karton im Streiflicht.
Glanz entsteht nur, wo die Lackebene es sagt

Datenanlage

Lege die Lackelemente auf einer separaten Ebene in deinem Layoutprogramm als geschlossene Vektoren an. Weise ihnen ein Volltonfarbfeld mit dem Namen Lack oder UV-Lack mit 100 % Farbfeld zu und stelle das Attribut im Attribute-Bedienfeld zwingend auf „Fläche überdrucken“ (bzw. „Kontur überdrucken“). So wird der darunterliegende Druck nicht ausgespart.

Auf einen Blick

Werkzeugkosten
keine – ab Auflage 1
Wirtschaftlich
bis ca. 3.000 Bogen
Glanzlack
ca. 20–30 µm
Relieflack
60–80 µm
Positive Linie
ab 0,3 mm
Abstand zur Falzkante
mind. 1,5–2 mm

Praxistipps & Grenzen

Passgenauigkeit per Kamerasystem

Bei der Kombination von Siebdruck und Digitaldruck kommt es prozessbedingt regelmäßig zu erheblichen Passerdifferenzen. Selbst bei der Kombination von Bogenoffset und Siebdruck lässt sich ein leichter Versatz durch Bogenverzug und Feuchtigkeit nie ganz ausschließen. Unser digitaler UV-Lack löst dieses Problem an der Wurzel: Wir arbeiten mit optischen Kamerapunkten. Das System vermisst jeden Bogen im Einzug einzeln und gleicht das digitale Lackbild dynamisch an eventuelle Papierschwankungen an. Der Lack sitzt dadurch absolut deckungsgleich auf dem Druckmotiv.

Ausschließlich auf Cellophanierung

Wir bieten digitalen UV-Lack ausnahmslos auf cellophanierten Bogen (Matt oder Softtouch) an. Die Kaschierfolie versiegelt das Papier vollkommen homogen. Nur so kann der flüssige Lack mit definierter Oberflächenspannung stehen, messerscharfe Kanten ausbilden und den spektakulären Kontrast zwischen matter Haptik und spiegelndem Glanz entfalten.

Kein ungestrichenes Naturpapier

Im klassischen Siebdruck können sehr zähe Pastenlacke teils mit Grundierungen auf ungestrichenes Naturpapier gepresst werden. Im digitalen Inkjet-Lackdruck ist das physikalisch unmöglich: Die mikroskopisch feinen Lacktröpfchen würden von den offenen Faserporen des Naturpapiers sofort aufgesaugt. Das Ergebnis wäre unvollständig, fleckig, grau und qualitativ unbrauchbar. Um Frust zu vermeiden, schließt unser System unkaschierte Naturpapiere für diesen Lack konsequent aus.

Die zwei Varianten – Glanzlack vs. Relieflack

Partieller Glanzlack: Trägt mit ca. 20 bis 30 µm Schichtdicke auf. Er liegt nahezu plan auf der Folie, spiegelt spiegelglatt und eignet sich perfekt für dezente Lichtreflexe, filigrane Linien oder edle Akzente auf Fotos. Relieflack: Baut mit satten 60 bis 80 µm Schichtstärke eine deutliche, fühlbare 3D-Kuppel auf. Ideal für dicke Tropfen, erhabene Logos und plakative Typografie, die man mit geschlossenen Augen ertasten kann.

Rillung & Falzung

Ausgehärteter UV-Lack ist extrem fest und unelastisch. Er darf daher niemals direkt auf einer scharfen Rill- oder Falzkante liegen, da die harte Schicht beim Umbiegen sonst aufbrechen würde. Halte zur Bruchkante einen Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 bis 2 mm ein.

Mindestabstände

Positive Vektorlinien und Schriften stehen ab 0,3 mm Strichstärke randscharf. Bei Linien unter 0,2 mm kann die physikalische Tröpfchenbildung des Lacks an ihre Grenzen stoßen.

Glanzlack oder Relieflack gezielt auswählen

Wähle partiellen Glanzlack, wenn du sehr feine Schriften veredelst, ein Bilddetail subtil zum Glänzen bringen willst oder ein elegantes Understatement suchst. Wähle Relieflack, wenn die Haptik im Vordergrund steht: markante Signets, Braille-Elemente oder fühlbare Wassertropfen.

Kamerapunkte für perfekte Registrierung

Unser System steuert den Stand über mitgedruckte Passmarken. Du musst dafür nichts extra tun: Unser Workflow platziert die notwendigen Kamerapunkte vollautomatisch im Randbereich des Druckbogens.

Häufige Fragen

Bei der Kombination von Siebdruck mit Digitaldruck (und selbst bei Offset + Siebdruck) wandert das Papier durch zwei getrennte Produktionswelten. Durch schwankende Luftfeuchte, mechanischen Zylinderzug und Schneidetoleranzen verzieht sich der Bogen minimal. Da das Sieb im Siebdruck eine starre Form ist, führt das zwangsläufig zu sichtbaren Passerdifferenzen: Der Lack blitzt an den Kanten hervor oder Schriften wirken verschwommen. Bei unserem digitalen UV-Lack in Karlsruhe drucken wir Passermarken (Kamerapunkte) mit. Ein Kamerasystem scannt jeden Bogen unmittelbar vor dem Lackauftrag, errechnet minimale Abweichungen in Echtzeit und passt das digitale Lackbild dynamisch an das gedruckte Bild an. Das Ergebnis ist absolute Deckungsgleichheit auf jedem einzelnen Bogen.

Überzeugt? Dann legen wir los.

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